Projekt: Spirio Sessions

25.05.2020

Die Technische Hochschule Nürnberg und die Hochschule für Musik Nürnberg kooperieren in einem LEONARDO-Forschungsprojekt zu Künstlicher Intelligenz.

Kann eine Künstliche Intelligenz auf gleichem Niveau mit einem Menschen in kreativen Schöpfungsprozessen zusammenarbeiten? Wie kann eine solche Kooperation aussehen? Mit solch komplexen Fragestellungen beschäftigen sich Wissenschaftler*innen der Technischen Hochschule Nürnberg und der Hochschule für Musik Nürnberg in einem interdisziplinären Forschungsprojekt, das von LEONARDO – Zentrum für Kreativität und Innovation gefördert wird.

Dr. Sebastian Trump improvisiert live mit einem ersten Prototypen der KI-Software, welche den selbstspielenden Flügel vom Modell Spirio R kontrolliert. Die Künstliche Intelligenz agiert dabei nicht autark, sondern „hört zu“ und reagiert in Echtzeit auf ihren menschlichen Duett-Partner.

Die Interdisziplinäre Musikforschung der Hochschule für Musik Nürnberg schließt sich dabei mit Wissenschaftler*innen für Maschinelles Lernen der Technischen Hochschule Nürnberg zusammen. Im Mittelpunkt der Kooperation wird die Entwicklung „Künstlicher Kreativität“ stehen: die Interaktion von menschlichen Musizierenden mit innovativen Musikinstrumenten und Künstlichen Intelligenzen.

Das Gemeinschaftsprojekt steht im Zusammenhang mit der Einrichtung einer eigenen Professur für „Künstliche Kreativität und musikalische Interaktion“ an der Hochschule für Musik, die im Rahmen des KI-Wettbewerbs des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst hinzugewonnen werden konnte.

Von besonderem Interesse ist dabei auch das „Herzstück“ des gemeinsamen Forschungsprojekts: der selbstspielende Flügel, Modell Spirio R – ein analog-digitales Hybrid-Instrument der Firma Steinway & Sons. Von dem Instrument erwarten die Wissenschaftler*innen nicht nur datenbasierte Einblicke in die Interpretation von Musik, sondern wollen insbesondere auch die Möglichkeiten einer Schnittstelle mit einer Künstlichen Intelligenz erforschen.

Vorstellung des Projekt Spirio Sessions im Rahmen der Lab-Tour, eine virtuelle Plattform für den fachspezifischen, hochschulübergreifenden Austausch. Bei jedem Termin rückt ein anderes Thema mit dem entsprechenden Ort in den Fokus. Die dritte Ausgabe der Lab Tour fand im MIRACL (Music Interaction Research and Audio Creation Lab) statt.

Möglicherweise können bald Fragen wie diese beantwortet werden: Kann der Flügel in einem Jazz-Quartett improvisieren? Gar seine persönliche Note hinzufügen? Und welche Erkenntnisse erlangen wir dadurch über den vermeintlich exklusiv menschlichen Kreativprozess? Das Projektteam erhofft sich dabei von den Ergebnissen auch Erkenntnisse, die sich auf andere Gebiete und Anwendungsszenarien übertragen lassen – wie etwa der Medizin.

SWR 2 Wissen war zu Besuch im LEONARDO, um das interdisziplinäre Projektteam der Technsichen Hochschule Nürnberg und der Hochschule für Musik Nürnberg zu interviewen.

Prof. Dr.-Ing. Korbinian Riedhammer
Professor für Softwarearchitektur und Maschinelles Lernen, Fakultät Informatik der TH Nürnberg

Prof. Dr. Martin Ullrich
Professor für Interdisziplinäre Musikforschung mit Schwerpunkt Human-Animal Studies der HfM Nürnberg

Dr. Sebastian Trump
Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fach Musikwissenschaft mit Schwerpunkt Künstlerische Forschung / Digital Humanities

Externer Netzwerkpartner: Steinway & Sons

Fotos: Toni Hinterholzinger

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